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Dr. med. vet. Christiane Stehle

Tierärztliche Praxis für Pferde

Region Hegau / Bodensee / Südschwarzwald

Tieräztliche Praxis für Pferde Dr. Stehle
Infektionskrankheiten

West-Nil-Virus

Tieraztpraxis Stehle - West-Nil-Virus

was ist das und was muss ich darüber wissen?

 

Das West-Nile-Virus (WNV) ist eine unter Vögeln in südlichen Ländern verbreitete anzeigepflichtige Tierseuche, welche auch auf Säugetierarten übertragen werden kann. Das bisher vor allem in östlichen und südlichen Ländern verbreitete Virus wurde im Sommer 2018 erstmals auch in Deutschland bei mehreren Vögeln und zwei Pferden in Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern nachgewiesen.

Betroffene Tierarten:

Wie schon erwähnt, sind Vögel, vor allem Raben-, Greifvögel und Eulenarten, die Hauptwirte des Virus, d.h. nur in ihnen kann sich das Virus in großer Zahl vermehren. Allerdings wird das Virus durch Stechmücken der Gattung Culex übertragen und so kann es sein, dass auch Pferde, Menschen und andere Säugetiere bei einem Stich durch infizierte Mücken mit dem Virus in Kontakt kommen.

Symptome beim Pferd:

Tieraztpraxis Stehle - West-Nil-VirusMeist verläuft eine Erkrankung beim Pferd subklinisch, d.h. man bemerkt es nicht. In 8% der Erkrankungen zeigen die Pferde jedoch schwere neurologische Symptome, wie z.B. Sehstörungen, Muskelzittern, Hinterhandschwäche oder generelle Schwäche bis zum Festliegen. Seltener treten fiebrige Allgemeinerkrankungen auf. Die Letalität (= die Wahrscheinlichkeit an einer Krankheit zu sterben) liegt bei 30-50%. Die neurologischen Schäden heilen in manchen Fällen wieder ab, häufig bleiben dem betroffenen Pferd jedoch lebenslange Ausfallerscheinungen durch dauerhaft geschädigte Nerven.

Impfung:

Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland bisher noch nicht. Aufgrund der in Deutschland nachgewiesenen Fälle empfiehlt die StIKo (= Ständige Impfkommission) jedoch eine Impfung aller Pferde in den betroffenen Gebieten und all derer, die in diese Gebiete verbracht werden oder werden sollen. Zu den betroffenen Gebieten zählen neben den erwähnten in Deutschland (Stand April 2019) auch Süd- und Osteuropa.

Eine Impfung sollte vor Beginn der Mückensaison jeden Jahres vorgenommen werden und besteht aus zwei Grundimmunisierungen im Abstand von 4-6 Wochen und einer jährlichen Wiederholungsimpfung.

 

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